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Behind the Scenes Tour - Heide Park Resort 19.08.2013 Teil 2

 

Da wir ja bei der letzten Behind the scenes Tour im Heide Park nicht alles geschafft haben, hier nochmal ein Special Bonbon: Colossos Backstage!

Die Vorfreude auf dieses Event war natürlich groß, da Colossos im Parksonlineranking unter den Top Ten weltweit ist!
Eine solche Chance diesen tollen Holzchoaster einmal näher unter die Lupe nehmen zu dürfen bekommt man nicht alle Tage.








So ging es am 27.10. Richtung Heide Park und da wir diesmal clevererweise in einem nahegelegenen Hotel übernachtet haben, waren wir auch pünktlich um 10.00 am 28.10. zur Führung da.
Kein Stau, keine gesperrten Autobahnen, sondern ausgeschlafen und fit für die bevorstehende Tour ging es los.

Zunächst ging es zum Zug.
Da an diesem Tag eine Sturmwarnung vom örtlichen Wetterdienst herausgegeben wurde, war die Anzahl der Parkbesucher doch recht übersichtlich und Colossos fuhr nur mit einem Zug.
Kann ja auch nicht jeder so verrückt sein wie wir und an einem Tag mit Sturmwarnung in den Freizeitpark laufen.
Nun ja Glück für uns!
Denn jetzt durften wir den zweiten Zug von Colossos in all seiner technischen Pracht bewundern.

Die Firma Cordes Holzbau hat die Bahn im Jahre 2001 erbaut und das Ingenieurbüro Stengel hat die Designs entworfen.



Zunächst einmal ist an den von den Intamin verkauften Holzachterbahnen eines typisch:
Die Schiene



Das Holz besteht aus Kiefernholz und es wird nicht zusammengeschraubt und vor Ort zurechtgeschnitten,wie bei den meisten Herstellern, sondern die einzelnen Platten werden miteinander verklebt und dann von einer Fräse in gleich lange Stücke geschnitten.
Sind also mehr oder weniger, wie bei einer Stahlachterbahn, vorgefertigt wenn es zum Bau kommt.



Der etwas hellere Strich auf der Stahllaufschiene in der Mitte ist der Bereich, wo das Laufrad herläuft und an der Seite innen kann man noch eine weitere Stahlplatte erkennen, wo das Seitenrad herläuft.
Das Seitenrad führt den Zug über die Strecke.



Im Bild im unteren Bereich links ist das Seitenrad zu sehen und das oben rechts ist das Laufrad.

Es gibt noch ein weiteres Rad, das sog. Abheberad, das verhindert, dass der Zug bei negativen G-Kräften von der Laufschiene abhebt.



Zu den Bremsen:
Die Geschwindigkeit des Zuges wird durch Magnetbremsen geregelt.
Es gibt feste und bewegliche Bremsen.
Feste und bewegliche Bremsen sind am Ende der Strecke und bewegliche an der ersten, zweiten und dritten Abfahrt um die Geschwindigkeit des Zuges zu regeln, wovon man als normaler Parkbesucher allerdings nichts mitbekommt.
Die beweglichen Bremsen stehen, wenn sie den Zug bremsen sollen, direkt parallel voreinander. Sind sie geöffnet, also etwas parallel verschoben, ist kaum noch Bremskraft vorhanden.
Magnetbremsen können den ZUg allerdings nur abbremsen und nicht vollständig zum Stehen bringen.
Das übernehmen die Reibräder.



Rechts im Bild der Teil der Magnetbremse, der durch das Gegenstück auf der Strecke gleitet und links im Bild die Fläche, wo die Reibräder greifen.



Neben der Lauffläche links befindet sich ein Metallstück, das für den Sensor da ist, der entweder die Geschwindigkeit des Zuges misst oder die Position angibt.



Rechts neben der Lauffläche für die Reibräder befindet sich ein Rad und diret daneben eine Art Haken- die Rücklaufsperre.
Dieser Haken wird von dem Rad mitgenommen oder hochgezogen, wenn der Zug am Lifthill ist und falls der Zug am Lift zurückrollen sollte, läuft das Rad rückwärts und zieht den Haken mit nach unten, sodass dieser in der Rücklaufsperre am Lift einhakt.



Das zahnartige Gebilde neben der Kette links ist die Rücklaufsperre bzw. das Gegenstück wo der Haken einhakt.

Diese Technik mit dem Rad, dass den Haken mitnimmt ist dazu da, dass der Zug den Lift leise hinauffährt, und der Haken nicht über die einzelnen Zähne der Rücklaufsperre schleift.

Außerdem besitzt der Zug einen Kettenmitnehmer. Das ist der Teil, der in die Kette am Lifthill einhakt und den Zug daran den Lift hinaufzieht.

Nochmal zum Thema leises Fahren:
Colossos wird ja, wie man in den Bildern mit dem Lauf- und Seitenrädern gesehen hat, mit kunststoffbeschichteten Rädern betrieben um möglichst leise zu fahren. Wie bei normalen Stahlachternbahnen oder auch Skateboards, besteht dieser Kunststoff aus Urethan.
Nur die Abheberäder sind reine Stahlräder und machen deswegen am Top eines Camelbacks, wo ja die meiste Airtime (bis zu -0,3 G) ensteht, etwas mehr Geräusche.
Man kann hierbei keine Kunststoffräder verwenden weil die Abheberäder normalerwise keinen Kontakt zur Schiene haben, sondern erst im Falle von Airtime die Schiene berühren und sofort die Geschwindigkeit des Zuges aufnehmen müssen. Hierbei würden Kunststoffräder schmilzen.
Zum Vergleich:
Bei einer Stahlachterbahn sind Abheberäder immer mit Kunsstoff, da diese die ganze Strecke über mitlaufen.

Sollte eines der Räder einmal brechen, oder eine Achse brechen, gibt es auch hierfür eine Sicherheitsvorrichtung.



Unter dem Rad im Bild sieht man eine Messingvorrichtung, auf der der Zug in so einem Fall weiterfahren kann.

Um beim Thema Sicherheit zu bleiben, wenden wir uns mal den Bügeln von Colossos zu:



Sie sind hydraulisch und somit stufenlos verstellbar.
Der Sicherheitsgurt muß ebenso geschlossen werden können, da sonst eine Mitfahrt ausgeschlossen wird.

Nun hatten wir aber auch genug Technik gesehen und mußten auch gleich mal testen, ob das denn auch alles wirklich so funktioniert, wie man es uns erzählt hatte und wir müssen sagen, Colossos war mal wieder sagenhaft und es funktioniert!!!
Prima sogar!

Da es aber im Laufe des Tages so windig wurde, dass die großen Attraktionen schließen mußten, hatten wir Gelegenheit den herbstlichen Park zu entdecken.



Wer da wohl Platz nimmt?



Ach und da haben wir auch jemanden gefunden, der es wohl versucht hat:
































Keiner da außer uns....







Aber wir rennen ja auch bei Schnee, Eis und Sturm in den Park, andere ziehen da vielleicht eher die warme Wohnung vor, was wir überhaupt nicht verstehen können tstststs......

Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen den neuen Wingcoaster auszukundschaften:
















Und irgendwie kam uns diese Station bekannt vor...ach ja....Thorpe Park "The Swarm"....aber ist ja auch Merlin Group. Also wen wundert die Ähnlichkeit.






Und das sind die Züge:



Leider wurde es im Laufe des Nachmittags so stürmisch, dass der Park aus Sicherheitsgründen vorzeitig schließen mußte.
Allerdings gab es für die Leute, die an diesem Tag ein Tagesticket erworben hatten, kulanterweise eine neue Karte für einen Besuch an einem anderen Tag im Heide Park Resort. Sogar für die Saison 2014 gültig!
Das ist mal eine nette Geste!

Und mit diesen schönen Bildern von Colossos haben wir uns für dieses Mal aus dem Heide Park verabschiedet:


















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Redaktion: Christine Stanitsas
Presse-und Öffentlichkeitsarbeit parksonline.de